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Kurven- und höhenmeterreicher Kurztrip nach Südtirol
Start: 9.7.2021 11:45
Ende: 13.7.2021 15:21
Kilometer: 1.644
Fahrzeit: 29:14
Höhe max.: 2.790 m
Ø Höhe: 1.037 m
Höhenmeter bergauf: 34.985
Durchschnittsgeschwindigkeit: 56 km/h
Mechanische Arbeit bergauf bei ~380 kg Gesamtgewicht: 130.418 kJoule
Tag 1 – Freitag
375 km / 5:11 / 72,2 km/h
Start um 11:45 in Graz, kurzer Regenschauer vor Bruck (es lebe das Goretex-3-Lagen-Laminat!), Treffen um 13:00 in Leoben. Nach kurzer Fahrt auf der Bundesstraße zweigen wir Richtung St. Lamprecht ab und genießen die Fahrt durch´s schöne Laßnitz- und Metnitztal. Bei Glödnitz zweigen wir rechts ab und kürzen die Strecke nach Deutsch-Griffen bzw. zum Hochrindl auf Schotter über den Meisenberg ab. Am Hochrindl erste kurze Pause und ein Foto zum Einstimmen 😉
Danach geht´s zügig weiter zur Nockalmstraße, zur Sicherheit wird eine Jahreskarte gelöst – die 52 Kehren (kärntnerisch „Reidn“) werden wir heuer sicher noch öfter fahren. Kurze Pause bei der Glockenhütte, die „Wunschglocke“ muss auch geläutet werden und wir wünschen uns eine lustige und unfallfreie Reise:
Weiter geht´s über Innerkrems und die Bundschuher Landstraße Richtung St. Michael im Lungau, kurz aufgetankt und dann über die relativ fade Oberauern-Strecke nach Radstadt und Eben im Pongau. Dort beginnt das nächste fahrtechnische Highlight, die Strecke Hüttau-Bischofshofen und Bischofshofen-Mühlbach. In Mühlbach beziehen wir Quartier in der auf der Nockalm via Bookingcom ausgewählten Unterkunft „Gästehaus Fellner“. Die Besitzerin erwartet uns schon und wir beziehen gemütliche Zimmer, die Mopeds stehen gut geschützt auf dem überdachten Hausparkplatz.
Abendessen gibt´s im mittelmäßig guten Hotel Alpenrose 5 Gehminuten vom Gästehaus entfernt. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem Rudel Jugendlicher vorbei, die schon um 1930 gut getankt haben – die bewohnen das Selbstversorgungshaus neben dem Gästehaus Fellner, einziges Manko dieser Unterkunft, für die sie selbst aber nichts können: In der Nacht wecken mich laute Musik und Gegröle aus dem ohnehin reisebedingt leichten Schlaf. Ok, wieder mal Fenster zu und hoffen, dass wenigstens ab 3 Uhr Ruhe einkehrt… Bei einem Blick aus dem Fenster in die stockfinstere Nacht fällt mir auf, wie viele Sterne man hier in dieser gering lichtverschmutzten Gegend sehen kann – traumhaft! Die Nachtfotografiefähigkeiten des iPhone 12 sind zwar gut, aber leider geben die Bilder nur wenig vom tatsächlich Gesehen wider:
Tag 2 – Samstag
271 km / 4:27 / 60,8 km/h
Zeitig in der Früh, also um 6 Uhr, beginnt auch hier das am Land übliche Kirchengebimmel…egal, wir müssen ohnehin bald weiter. Nach dem Frühstück inkl. Vortrag der Wirtin über die immer wieder mal lästigen Selbstversorgergäste im Nebenhaus (wir sind anscheinend nicht die einzigen, deren Nachtruhe gestört wurde) erwartet uns ein strahlend blauer Himmel und das herrliche Panorama des Hochkönigs:
In Dienten zweigen wir Richtung Süden ab und erreichen die Pinzgauer Bundesstraße über das fahrtechnisch lustige Dientenbachtal. Nach ein paar öden Kilometern geht´s in Bruck an der Glocknerstraße links ab zum nächsten Highlight – dem Großglockner! Bereits kurz nach 9 sind schon recht viele Motorrad- und Radfahrer unterwegs, der Verkehr hält sich aber noch in Grenzen. Nur die Maut ist mit 27,50 Euro recht happig – aber was soll´s, man hätte sich ja informieren können, daß man die Vorverkaufskarte beim ÖAMTC um 24,00 Euro erhält! Die Glocknerstraße und speziell das Kopfsteinpflaster auf die Edelweißspitze sind eine gute Vorbereitung auf die Pässe in Südtirol 😉 also lassen wir uns nicht lumpen und üben gleich das zügige Vorwärtskommen…Gipfelsieg kurz nach 10 Uhr! Nach kurzer Pause geht´s auch gleich weiter zur Franz Josefs-Höhe, wo uns die kärglichen Reste eines einst beindruckenden Gletschers erwarten 🙁
Nach dem Genuß der Höhenluft und der angenehmen Temperaturen auf 2.572 und 2.369 m geht´s zügig weiter Richtung Winklern und Lienz, dort empfangen uns viel Samstagsverkehr und ca. 32°C, die kurze Mittagspause verbringen wir im schattigen Winkerl einer Imbissbude beim Lienzer Bahnhof – Cola & Würstel stehen am Programm. Wir sind richtig froh, bald weiterfahren zu können – jetzt geht´s auf die Pustertaler Höhenstraße!
Nach dem Auf und Ab (oder auch kalt-warm) der Höhenstraße queren wir das Pustertal zwischen Abfaltersbach und Tassenbach und genießen bald wieder kühlere Temperaturen im schönen Lesachtal, wo wir (wieder einmal) in Obertilliach im schönen Hotel/Restaurant Weiler einkehren. Auf der schattigen Terrasse gibt es Kaffee und Kuchen, diesmal keine Schlipfkrapen – die sind aber auch sehr zu empfehlen! Der weitere Weg nach Kötschach-Mauthen erweist sich als recht zäh, einerseits wegen der häufigen Engstellen und andererseits wegen der teilweise ziemlich schlechten Straßenverhältnisse. Wunderschön isses aber trotzdem, das Lesachtal!
In Mauthen wird noch kurz getankt, dann trennen sich unsere Wege für einige Kilometer – ich nehme den Plöckenpass, Hannes fährt mit Silvia über die Straninger Alm und den Forcella di Lius. Treffpunkt in Arta Terme im Hotel „Alla Fonte“, dort wird auch gleich zu Abend gegessen. Die Zimmer sind (Hauptsaison!) nicht gerade günstig, aber im neu erbauten Nebengebäude ebenerdig (Moped parkt direkt vor der Türe, super!) gelegen und top eingerichtet. Was uns hier knapp nach der italienischen Grenze auffällt: Alle tragen Maske, das Personal permanent, die Gäste schon beim Betreten des Hotels und jedesmal, wenn sie vom Tisch aufstehen! Und der Wuselfaktor – der ist um einiges höher als in der Heimat, hier sind alle Kellner im Laufschritt unterwegs!
Hotel Ala Fonte, Arta Terme
Tag 3 – Sonntag
293 km / 5:25 / 53,9 km/h
Frühmorgens – in Erinnerung habe ich etwa 5 Uhr – beginnt auch in Arta Terme das „heilige“ Gebimmel, als ob es damit etwas zu gewinnen gäbe. Achja, Sonntag. Noch dazu müssen wir recht früh weiter, denn heute müssen wir – wohl oder übel – bis knapp vor´s Stilfserjoch fahren, das heisst Kilometer machen und viele Pässe zügig überqueren! Also nix mit ausschlafen… Das Frühstück hier ist typisch italienisch, guter Kaffee aus dem Automaten und herrliche Schoko-Croissants, da kann man fast nicht genug bekommen. Wieder alle Gäste brav mit Maske unterwegs! Zum Einstimmen auf die weiteren Gipfel erklimmen wir mal den Monte Zoncolan und gedenken der armen Giro d´Italia-Recken, die hier mit dem Rennrad raufstrampeln müssen.
Danach besuchen wir den schiefen Turm von San Canciano Martire und exerzieren den Silly Walk – standesgemäß vor der Mopettn.
Nach dieser kurzen Einlage kündigt sich mit den ersten Tropfen ein „kleiner“ Schauer an, Silvia hüpft diesmal rechtzeitig in´s Regengwandl, Hannes und ich machen einfach die Luken dicht. Nach ein paar Kilometern unentschiedenen Nieselns erwischt uns am Sella die Razzo der volle Wolkenbruch, macht aber nix, hier gibt´s sowieso nicht viel zu sehen. Pilze dürften hier allerdings sprießen…nicht zu wenige! Nach kurzer Espressopause am Sella Ciampigotto stürzen wir uns die extrem engen und teilweise beinahe übereinander gebauten Kehren hinunter nach Vigo di Cadore, erstaunt über einige mit Rollen-Langlauf-„Skiern“ ausgerüstete Sportler, die hier den Berg hinauf“laufen“. Muss man auch mögen…
Entlang des Lago di Santa Caterina rollen wir durch Auronzo di Cadore, ein (Sonntag!) sehr gut besuchter Ausflugsort – allerdings wissen wir bis heute nicht, weshalb hier so viele Leute (primär im Pensionistenalter) unterwegs sind. Vielleicht wegen der Luft? Egal, es geht weiter Richtung Passo Tre Croci mit Ausblick auf den Monte Cristallo und Cortina d´Ampezzo, das wir zügig durchqueren.
Cortina
Tre Croci
Tre Croci
Monte Cristallo
Cortina
Cortina
Monte Cristallo – Passo Tre Croci – Cortina
Die Abfahrt vom Passo tre Croci nach Cortina ist übrigens mega holprig, man sollte bei den riesigen Bodenwellen auf die Zuladung (bzw. seinen Sozius) achten, da kann schon mal etwas verloren gehen. Von Cortina gehts´s weiter Richtung Westen über den Passo di Falzarego nach Arabba, wo wir in der „Bar Ristorante Pizzeria Al Table“ Mittagspause machen – inkl. kleiner Jause, die sich als sehr üppig und geschmackvoll erweist – kein Wunder, dass hier einige Maschinisten mit österreichischer Nummerntafel anzutreffen sind.
Von Arabba auf den Passo Pordoi führt einer der traumhaftesten Streckenabschnitte der ganzen Reise – hier sind auch zahlreiche Radfahrer unterwegs, der Ausblick ist einfach traumhaft.
Vom Passo Pordoi ist es nicht weit bis zum Sellajoch, wo wir mit einem perfekten Ausblick auf den Platt- und Langkofel belohnt werden. Hier merkt man die Nähe zu den touristisch gut besuchten Gebieten im Grödnertal, zahlreiche Radfahrer, Busse und Wanderer bevölkern die Straße.
Durch Wolkenstein und St. Ulrich geht´s aufgrund des starken Ausflugsverkehrs recht zäh dahin, erst auf der Strecke runter nach St. Peter im Tal können wir wieder etwas andrücken. So richtig zäh wird´s dann entlang der Brennerautobahn nach Bozen, das wir dank Navi zügig durchqueren und uns dann wieder etwas Frischluft auf der Strecke nach Meran holen können. Trotzdem ist es auch bei 90 km/h hier ziemlich heiß, kein Wunder dass hier Wein und Obst in Hülle und Fülle blühen und gedeihen – alles ist voller mit Netzen überzogenen Plantagen. Kurz vor Terlan machen wir im Hotel Greifenstein (mit Blick auf die gleichnamige Burg) nochmal halt, hier hat sonst nicht viel offen am Sonntag. Mit Müh und Not ergattern wir einen Schattenplatz, auch wenn die arme Silvia mit einem Platz auf dem Seitenkoffer vorlieb nehmen muss. Hier ist die Welt halt noch in Ordnung und die Männer geben den Ton an! *lol
Nur noch (relativ) wenige Kilometer trennen uns von unserer nächsten Unterkunft in Kortsch bei Schlanders, die wir dank einer lieben Bekannten gefunden haben – Angebot & Reservierung per email waren unproblematisch. Willkommen im Gasthof Hotel Sonne!
Auch hier ist die Begrüßung und der Service sehr freundlich, wir genießen die Ruhe und das hervorragende Abendessen, hier gibt´s auch gutes Bier und sehr gute Weine. Zimmer wiederum ebenerdig (weil der Gasthof in den Hang gebaut ist) – die Mopeds parken direkt davor, man braucht sein Zeug nicht über Stiegen zu schleppen. Nach einem herrlichen Sonnenuntergang über der Ortlergruppe und einem Gläschen Kalterersee genießen wir die Nachtruhe bis – ja, bis wieder mal die Kirchenglocken bimmeln. Um 6 Uhr. *grrrr
Tag 4 – Montag
374 km / 6:35 / 56,7 km/h
Wer auf´s Stilfserjoch will, muss früh los – blöd, wenn es Frühstück erst um 07:30 gibt. Wir sitzen bereits um 07:20 erwartungsvoll im Frühstücksraum, einiges ist schon angerichtet…Kaffee kommt pünktlich um 07:30 dazu. So dauert es nicht lange und wir sind bereits um 08:29 wieder auf der Straße. Vollgetankt wurde bereits am Vortag, also gibt es keine Verzögerung mehr zwischen uns und dem Primärziel unserer Reise – dem legendären Passo di Stelvio. Ich bin den schonmal in umgekehrter Richtung gefahren, 2013 mit meiner treuen Güllepumpe (Honda CX500). Diesmal aber geht´s die engen Spitzkehren rauf, also ist die Aufregung groß – und die Tagesverfassung lässt leider zu wünschen übrig, bei der Ausfahrt der Rechtskehren (die sind schön eng, Oida!) gerate ich einfach immer zu weit in die Fahrbahnmitte… Reiss di z´sammen, Bua! Nach kurzer Eingewöhnungsphase (zum Glück wird das Gefühl für die Maschine besser) machen wir kurzen Halt am „Fuß“ des Jochs – immerhin auch schon auf 1.500 Meter.
Tja, und dann geht´s rauf bis auf 2.790 Meter, immer wieder knapp am Abgrund, nix für Menschen mit Höhenangst. Oben ist die Luft schon recht dünn, aber wir genießen die frische Bergluft und den strahlenden Sonnenschein – besser kann man es sich kaum ausmalen!
die letzten Meter…
bissi Schnee übrig
sei schwindelfrei!
Umfaller in der Kurve beim Bergabfahren…nix für Anfänger
Nach kurzer Trink- und Fotopause geht´s wieder bergab, Unterbrechungen wegen einiger ampelgeregelter Tunneldurchfahrten inklusive. Und kaum sind wir unten, führt uns der Weg auch schon wieder hinauf – Richtung Passo di Gavia!
Den Gavia hatte ich ganz schlimm in Erinnerung, schlechter Straßenbelag, zahlreiche Engstellen, keine Leitplanken und den Abgrund immer direkt neben der Straße. Stimmt alles, es ist nach wie vor genau so! Umso erstaunter bin ich über die Sicherheit, mit der ich mich mittlerweile bei den Fahrten entlang des Abgrunds und auf den schmalen, engen Straßen bewege – jeder Kilometer auf der Maschine hat sich ausgezahlt, das Motto lautet einfach fahren, fahren, fahren…
Nach dem Gavia ist – zumindest bei mir – ein wenig die Luft draussen. Den Passo del Tonale fahren wir schon etwas lieblos, oben auf der Höhe gibt´s eine kurze Pause. Wir wissen, dass wir jetzt wieder Kilometer machen müssen – die Heimreise am Dienstag sollte nicht allzu lange werden. Also Gas geben und möglichst umwegfrei Richtung Heimat! Lange, zähe Kilometer kämpfen wir uns über die Bundesstraßen südlich von Bozen Richtung Osten…eine Hitzeschlacht! St. Michael an der Etsch, Margreid, Neumarkt…die Wein- und Obstplantagen überziehen das ganze Tal, erst auf Höhe Tramin zweigen wir rechts ab und gewinnen etwas an Höhe und damit auch kühlere Temperaturen, herrlich! Vor dem Passo di Valles, kurz nach Pardatsch, gibt´s eine Routinekontrolle durch die Carabinieri – nach eingehendem Online-Abgleich meiner Papiere auf dem Laptop passt aber alles, mit einem „buon viaggio“ werde ich wieder auf die Straße geschickt. Ob es eventuell doch gscheit war, das EU-Einreiseformular vor dem Trip auszufüllen? 😉
So richtig munter werde ich erst wieder bei der Auffahrt zum Passo di Giao, diese Strecke ist einfach affengeil und der Straßenbelag ist erstklassig. Nach der Überquerung der Hochebene auf ca. 1.600 m geht´s dann wieder runter nach Cortina und wir kehren im Zentrum im Parco Hotel Victoria auf ein Erfrischungsgetränk ein. Eigentlich wollten wir ja in Cortina Unterkunft beziehen, aber nach eingehendem Studium der Optionen und Preise entscheiden wir uns für die Weiterfahrt nach Sillian. Dank Bookingcom finden wir auch schnell eine passende Unterkunft und sind bald wieder auf der Straße Richtung Heimat. Diese Straße vorbei am Monte Cristallo und dem Naturpark Drei Zinnen ist übrigens in hervorragendem Zustand und erlaubt ein sehr zügiges Vorankommen. Der Grenzübergang nach Österreich fällt uns beinahe garnicht auf, so wenig ist hier los – Kontrollen gibt es keine. Im Hotel Bergland in Sillian werden wir wieder herzlich empfangen, leider gibt´s hier nur Kaiser-Bier – also müssen wir rasch zum nahegelegenen Gasthof Sillianer Wirt, dort erwartet uns Gösser und ein vorzügliches Abendessen!
Tag 5 – Dienstag
333 km / 4:23 / 75,9 km/h
Endlich mal ein bisserl länger schlafen, heute haben wir´s nicht mehr eilig – den ursprünglichen Plan, wieder über die Nockalm zurückzufahren, haben wir bald verworfen…dazu müssten wir relativ weit und über fade Verbindungsstraßen nach Norden. Also kürzen wir über´s Pustertal ab, treffen uns in Lienz mit einem Freund auf einen Espresso, befahren den Iselsberg nach Norden und gleiten über´s Mölltal, entlang des Millstättersees und oberhalb der Gerlitzen vorbei über eine sehr angenehme Strecke nach Klein-Glödnitz in´s Gurktal, wo wir in Straßburg noch eine kurze Jausenpause einlegen. Die weitere übliche Strecke über Guttaring, das Klippitztörl und die Pack sind nicht mehr dramatisch, aber doch nette Draufgaben. So kommen wir nach entspannter Fahrt etwas müde aber sehr glücklich und wohlbehalten wieder daheim an – es hat sich ausgezahlt!
Hängt der Rechner nach einem Update wieder einmal seit einer gefühlten Ewigkeit und die Sanduhr dreht sich… Oft ist der „Trusted Installer Dienst“ von Windows schuld, der sich nicht beenden lässt, und dann hängt das ganze System. Dank eines Hinweises auf der äußerst informativen Website von Franky habe ich auf der Website tech-faq.net folgende Anleitung gefunden, die das Problem unter der Voraussetzung, dass ein zweiter Windows-PC im Netzwerk vorhanden ist, einfach löst:
Windows Sysinternals Tools auf dem 2. PC herunterladen, am besten gleich in den Ordner windows\system32 entpacken (dann hat man von überall Zugriff auf die Tools)
Eine administrative Eingabeaufforderung oder Powershell starten und eine Remote CMD-Shell auf dem ersten PC aufrufen (also auf jenem, der hängengeblieben ist):
psexec64.exe \\Computername cmd
Die Process-ID herausfinden, unter der der hängengebliebene Dienst läuft (wird neben „PID“ angezeigt):
sc queryex trustedinstaller
Den TrustedInstaller-Dienst einfach mit folgendem Befehl „abschießen“ (natürlich die korrekte Process-ID anstelle von 12345 einsetzen) – und sofort läuft der Reboot am 1. PC weiter:
taskkill /PID 12345 /F
Sehr traurig nur, dass man bei Microsoft-Produkten immer wieder zu solchen Tricks greifen muss, um die Systeme am Laufen zu halten!
Nachdem ich mit der handelsüblichen Auswahl an für Windows-PCs zur Verfügung stehenden externen Festplattengehäusen, die man mittels USB 3.0 oder 3.1 anbinden kann, überhaupt nicht zufrieden war, habe ich die Gehäuse-Serie von OWC entdeckt: https://www.owcdigital.com/products/external-storage Diese Gehäuse erhalten durchwegs gute Rezensionen bei den gängigen Onlinehändlern, einziges Manko: Sie sind alle für die Anbindung via Thunderbolt ausgelegt, nix mit USB. Apple-lastig halt. Dafür blitzschnell, die theoretischen Datenraten von Thunderbolt 3 sind atemberaubend.
Aber halt – gibt´s nicht Thunderbolt 3 auch schon für PCs? Windows? Ja, wenn man einige Voraussetzungen erfüllt:
Mein Asus WS X299 Pro Sage-Motherboard erfüllt zum Glück alle Voraussetzungen, also munter die ganzen Komponenten bestellt, eingebaut und aktiviert. Doch halt – die ThunderboltEX-3-Karte darf anscheinend nur in den 2. PCIe-Slot eingebaut werden, das ist der neben dem TB-Header (ist die einzige Option, die man im BIOS aktivieren kann). Also Grafikkarte (aktuell in Slot 1, aber zu dick um daneben noch etwas stecken zu können) in den Slot 3 verbannt, ThunderboltEX-3 in Slot 2 und meine M.2-SSD-Raid-Karte in Slot 1. Zum Glück fährt das System nach diesem Umbau problemlos hoch, die Thunderbolt-Funktionalität kann im BIOS aktiviert werden. Jetzt noch flugs den Treiber installieren…Setup direkt von der beiliegenden CD…ok, nix passiert. Keine zusätzlichen Festplatten im System, auch im Gerätemanager wird nichts angezeigt. Seltsam.
Ich überprüfe nochmal die komplette Hardware, auch das BIOS-Setup, nichts. Treiber deinstalliert, nochmal installiert, nichts.
Dann fällt mir auf, dass das Thunderbay in den Sleep-Modus geht, sobald ich das (zum Glück beigelegte, aber kurze) Thunderbolt-Kabel abstecke. Elektrisch scheint also alles OK zu sein. Festplatten zu groß? Immerhin habe ich 3 Stk 14TB-Serverplatten in dem Gehäuse… (WD Ultrastar 14TB DC HC530 SATA HDD 3,5 Zoll interne Festplatte für Server mit 512 MB Cache, Enterprise Klasse)
Baue eine zusätzliche, kleine 2 TB-Platte ein. Nichts, wird auch nicht erkannt, auch die Fesplatten-Zugriffs-LEDs blinken kein einziges Mal.
Gerät defekt?
Ich begebe mich auf die Suche im Netz, die FAQs von OWC helfen nicht weiter, auch nicht die von Asus…vielleicht ein Treiber- oder Firmware-Problem? Lt. OWC sollen auch 4k-Festplatten problemlos in dem Gehäuse funktionieren, also muss es ein Treiberproblem sein. Siehe da, auf der ASUS-Website gibt es für die ThunderboltEX3-Karte neue Treiber – der zweite von oben, vom August 2020, der sieht gut aus. Wofür die anderen beiden vorhanden sind…keine Ahnung. Die Beschreibung ist leider (wie oft) dürftig.
Nach der Deinstallation des alten Treibers und der Neuinstallation passiert wieder einmal…nichts. Weder im Gerätemanager ein neues Gerät noch vom Setup ein Hinweis auf irgend etwas. Also wieder suchen. Im Windows-System-Log finde ich Hinweise auf die korrekte Installation der Thunderbolt-Treiber. Und im Startmenü finde ich dann das „Thunderbolt Control Center“.
Das Thunderbay 43 wird bereits angezeigt, jetzt muss man noch den Zugriff darauf freigeben (!) und siehe da – die Platten laufen an, alle LEDs leuchten grün, die Platten werden vom System erkannt…jetzt nur noch RAID5 einrichten, also Festplattenmanager starten…hoppala, RAID5 ist ausgegraut.
Wieder mal so eine besch….ene Windows-Hürde, die sich durch kurze Suche im Netz zum Glück rasch umschiffen lässt: Wie in https://www.windows-faq.de/2020/03/25/raid-5-unter-windows-10-einrichten/ beschrieben muss man das Programm „Speicherplatz verwalten“ starten (haha, wieder mal eine alte Systemsteuerungs-Leiche) und dort die unformatierten Laufwerke zu einem RAID-Verbund konfigurieren. Klappt dann auf Anhieb, und nach kurzer Zeit habe ich ein RAID5-Laufwerk mit 25,4 Terrabyte Kapazität zur Verfügung!
Die Soundkarte Terratec EWS64 XL mit eingesteckter Speichererweiterung
Irgendwann in den Neunzigern (ca. 1997/98) machte ich mich zum Musikhaus Hammer (Storchgasse Nähe Griesplatz) auf, um die telefonisch bestellte Terratec EWS64 XL-Soundkarte abzuholen („Online“ war noch nix)…zum damaligen Zeitpunkt ein wahres Wunderwerk, besaß sie doch einen „ordentlichen“, mehrkanaligen Synthi-Soundchip und war via Midi ansteuerbar. Vorraussetzung für´s Musikmachen oder Sound-Bearbeiten war natürlich ein geeigneter PC (ISA-Bus!) und am Mainboard einstellbare separate IRQs für die Sound- und Grafikkarte…ja, die musste man damals teilweise noch händisch einstellen (bzw. in den Slots umstecken), sonst gab´s Abstürze! Der Midi-Anschluß erfolgte nicht mehr über den üblichen Joystick-Port (USB steckte noch in den Kinderschuhen und wurde erst Anfang der 200er brauchbar), sondern via DIN-Stecker über das mitgelieferte Frontpanel.
5,25 Zoll Frontpanel-Einschub
Über die damals verwendete PC-Hardware kann man heute nur mehr lächeln:
Pentium 200MMX 256 MB Hauptspeicher 5 GB Enhanced-IDE Festplatte Soundkarte Terratec EWS64 XL Windows (wahrscheinlich noch 95, später 98)
Terratec EWS64 XL Rückseite – man beachte die Anmerkung links unten!
Irgendeine Sequenzenzer-Sortware, ein günstiges Midi-Keyboard und einige Monate später entstand dann meine bislang einzige Musikproduktion – ein Trance-/Techno-Track, rein intuitiv kreiert, die einzelnen Sequenzen zusammengebastelt, ohne jegliche Abmischung bzw. Postproduktion und somit klanglich leider (an heutigen Maßstäben gemessen) voll im Keller… Das nur als Warnung, sollte sich jemand tatsächlich die ganzen 6:52 reinziehen 😉
Trance Virgin 1 by WurliJoystick-Anschluss und Audio Ein-Ausgänge
Weblinks mit weiteren Infos zur verwendeten Soundkarte:
Aufnahme läuft – mit der Terrasoniq Phase X64 USB, auch unter Windows 10
Es ist immer ärgerlich, wenn ein Hersteller „untertaucht“ oder einfach keine aktualisierten Treiber, ja nicht einmal mehr die originalen, älteren, auf seiner Website zur Verfügung stellt. So ging es mir auch mit meinem etwas in die Jahre gekommenen externen Audio-Interface „Terrasoniq Phase X64 USB“ von der TerraTec Electronic GmbH in Deutschland. Das Gerät funktioniert technisch gesehen einwandfrei, kann alles was ich zum Digitalisieren benötige (regel- und umschaltbare Phono-/Line-/Mikrofon Eingänge, auch mit Phantomspeisung 48V, Kopfhörer-Ausgang mit Vorhörmöglichkeit etc.), wird aber von aktuellen Windows 10-Systemen nicht erkannt. Eine Suche nach Treibern auf der Website des Herstellers scheitert am „Wartungsmodus“, in dem sich die Site – anscheinend seit Jahren – befindet.
Es gibt einige mehr oder weniger dubiose Seiten, die Treiber für die Karte anbieten, ich habe mich aber entschlossen das Paket, welches tatsächlich problemlos funktioniert, hier zu veröffentlichen:
Wichtig: Beim Installieren das Audio-Interface abstecken, sonst bleibt der Setup-Vorgang unter Umständen hängen.
Viel Spaß beim Recording!
Ergänzung-ACHTUNG: Auf meinem aktuellen 64bit Windows 10-System kommt es nachvollziehbar zu einem durch einen Terrasoniq-Treiber verursachten Bluescreen, wenn ich den Windows Audio-Ein- und -Ausgang auf das Phase X64 konfiguriere! Bei dem darauffolgenden Neustart sollte das Interface abgesteckt sein, sonst kommt es wiederum zu einem Bluescreen! Werde noch testen und dann weiter berichten.
2021-01-24 Auch ein Test auf einem anderen 64bit Windows 10-System brachte das selbe unerfreuliche Ergebnis: Bluescreen nach Installation der Treiber, verursacht durch msnkphsa.sys (USB Audio WDM Adapter Treiber). Auf demselben System unter Windows 7 (ebenfalls 64bit) funktioniert aber alles perfekt!
Ubuntu Linux-VM erstellen (oder lokal auf einem alten Hobel installieren), dabei aber nicht unbedingt die allerletzte Version verwenden, da gibt´s manchmal Versionskonflikte mit der CERTBOT-Installation
Die beiden Challenges rauskopieren und in der DNS-Verwaltung der Domain als TXT-Records „_acme-challenge.DOMAIN.AT“ eintragen, warten (oder TTL auf 1 setzen und weniger lange warten)
Bestätigen, Zertifikatsdateien werden in die Default-Ordner (/etc/letsencrypt/live/DOMAIN.AT) kopiert
Zertifikatsdateien (sind noch zugriffsgeschützt) in den Home-Ordner kopieren: sudo cp /etc/letsencrypt/live/DOMAIN.AT/{cert,chain,privkey,fullchain}.pem ~
In den letzten Jahren war in Graz sogar sonntags zwischen ca. 17:00-18:00 relativ viel los, zahlreiche Touristen und Bummler schlenderten durch die Innenstadt. Hier eine Reportage von 29.3.2020- in dramatischem Schwarzweiß, um die düstere Stimmung noch besser herauszuarbeiten.