Heute (23.9.) ist das optimale Wetter für eine ausgedehnte Kurvenfahrer-Tour angesagt, also kurzfristig Urlaub genommen und die wichtigsten Utensilien eingepackt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch einmal die Scenic-Navigation mit einer in kurviger.de geplanten und von dort direkt in meinen Scenic-Account übertragene Route testen. Und die Alpine Motosafe Gehörschutz-Ohrstöpsel möchten auch einmal ausprobiert werden. Also stopfe ich mir die Stöpsel in die Ohren und fahre los, nachdem die Strahlen der Morgensonne ein wenig zu wärmen begonnen haben, Hui, auf der Fahrt Richtung Pack ist es noch schön huschi…

Die Ohrstöpsel drücken ein wenig, weil das Zapferl zum Rausnehmen gegen meine JBL-Helmlautsprecher drückt. Sonst ist das Gefühl ein wenig….wattig. Nachdem mich die Scenic-Navigation ständig umleiten will, halte ich an und schaue mr die Settings durch – ha, man muss im Menüpunkt “Navigieren und Tracken” von “Geh zurück” auf “Neuberechnen” umschalten. Seltsame Grundeinstellung… Jetzt scheint die Navigation halbwegs gut zu klappen, allerdings nerven die ständigen Ansagen im Headset, auch den “Piepton vor Anweisung” und den “Routen Neuberechnungston” kann man getrost ausschalten.
Nach der erfrischenden Fahrt über´s Klippitztörl halte ich an, um die Motosafe Gehörschutzstöpsel rauszunehmen – der Druck auf die Ohren wurde mir zu unangenehm. Ich muss wohl die Handling-Zapferl ein wenig kürzen, denn die Wirkung (sprich Geräuschdämmung) der Stöpsel ist phänomenal! Und – die Verständlichkeit von Sprache/Musik leidet nicht sonderlich. Erst nach dem Entfernen merke ich, wie laut die Windgeräusche (verursacht durch mein niedriges Sport-Winschild) jetzt sind, volle Empfehlung also für diese kleinen Akustikhelfer.

Über die Navigation mit Scenic kann ich leider nichts so Gutes berichten, immer wieder muss ich auf “nächsten Wegpunkt überspringen” klicken, und nachdem mich die App im Gurktal Richtung Flattnitz abzweigen lassen will, wird mir klar: Die Reihenfolge der Wegpunkte ist irgendwie durcheinandergekommen, der 1. Kurviger-Wegpunkt wäre nämlich die Nockalmstraße, Flattnitz kommt erst als numero 6. Also wieder nix mit einer einfachen Navigation direkt aus kurviger.de heraus! Zudem macht auch Scenic den gleichen lästigen Fehler wie Garmin, eine Kehre oder Spitzkehre OHNE Wechsel auf eine andere Straße (bzw. Straßenbezeichnung) als “Abzweigung” anzukündigen!

Weiter also über Hochrindl (nix los), Nockalmstraße (viel los, zahlreiche deutsche Kennzeichen gesichtet), Bundschuh/Thomatal (herrlich, überhaupt nix los), Turrach (auf der Nordseite frischer, extrem griffiger Asphalt, geil!), Turracher Höhe (wollen die dort alles verbauen? Extrem viel los, zahlreiche Großbauprojekte, wähhh!), nocheinmal Hochrindl (die Aussicht über halb Kärnten bis nach Slowenien ist einfach traumhaft), Glödnitz-Metniz (eine meiner absoluten Lieblingsstrecken, zwischen den beiden Orten bin ich alleine auf der Straße!), bis nach – halt, eigentlich könnte ich ja noch St. Lamprecht und das Gaberl mitnehmen.
Kurz Navi (Garmin) umprogrammieren, aha – Abzweigung nach Ingolsthal, ist nicht weit entfernt. Wundert mich nur, dass danach eine Abzweigung auf eine “unbefestigte Straße” angezeigt wird…egal…Adventure-Bike! Tatsächlich entpuppt sich der kürzeste Weg nach St. Lamprecht als Schotterstraße mit einigen engen Kehren, dafür ist die Gegend hier oben traumhaft und der nördlich der Landesgrenze liegende Naturpark Grebenzen als wunderschönes Wander- und Mountainbikejuwel.
Nachdem ich in solchen Gegenden niemals am Gashahn drehe, werde ich auch von einigen Wanderern und Radlern nicht als störend empfunden und gegrüßt. Wäre schön, wenn das alle Bikerkollegen ähnlich handhaben würden!
Weiter geht´s nach Judenburg (im Innenstadtverkehr dort muss man mehr aufpassen als auf der kurvigsten Landstraße, Blinken tut sowieso keiner mehr), über´s Gaberl (auch sehr wenig los) und dann – einem inneren Gefühl folgend – über Bärnbach, Geistthal, Stübing Richtung Semriach. Schon hier werden mir Live-Verkehrsdaten via Garmin-App geliefert – Verzögerung 25 Minuten? Wie kann das sein? Da fällt mir ein – Business-Marathon in Graz, Sperre der Glacisstraße. Also fahre ich weiter meinen Super-Schleichweg über Steingraben, Stattegg, Rosenhain und komme ohne gröbere Verzögerungen in die stadtauswärts KOMPLETT verstopfte Heinrichstraße und kann mich wieder einmal nur wundern.

Wundern, wie man als Verkehrs- und Veranstaltungsplaner in der Zeit des Schulanfangs, der Euroskills, des europaweiten Auto-Frei-Tags und der gleichzeitigen Sperre von Münzgrabenstraße (super Baustellenplanung!) und B67/Flughafenstraße mehrstunden- oder tageweise Veranstaltungen (Sperre vom Opernring für den Autofrei-Tag, Sperre der Glacisstraße für den Business-Marathon!) zulassen kann, die zum kompletten Erliegen des innerstädtischen Verkehrs führen. Es ist ja nicht so, dass nicht nur die Öffis nimmer weiterkommen, auch die Rettung hat da schon Probleme…
Hut ab, vielleicht schenkt jemand mal dem Team einen großen Wandkalender und ein bißchen Hausverstand!
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