Thunderbolt 3 am Windows-PC

Nachdem ich mit der handelsüblichen Auswahl an für Windows-PCs zur Verfügung stehenden externen Festplattengehäusen, die man mittels USB 3.0 oder 3.1 anbinden kann, überhaupt nicht zufrieden war, habe ich die Gehäuse-Serie von OWC entdeckt:
https://www.owcdigital.com/products/external-storage
Diese Gehäuse erhalten durchwegs gute Rezensionen bei den gängigen Onlinehändlern, einziges Manko: Sie sind alle für die Anbindung via Thunderbolt ausgelegt, nix mit USB. Apple-lastig halt. Dafür blitzschnell, die theoretischen Datenraten von Thunderbolt 3 sind atemberaubend.

Aber halt – gibt´s nicht Thunderbolt 3 auch schon für PCs? Windows? Ja, wenn man einige Voraussetzungen erfüllt:

kompatibles Motherboard: Aktuell meines Wissens nach nur von ASUS erhältlich, Liste hier: https://www.asus.com/Motherboards-Components/Motherboards/Accessories/ThunderboltEX-3/techspec/

Am Motherboard muss ein zusätzlicher TB-Header vorhanden sein, der mit dem beiliegenden Kabel die TB-Karte verbindet:

Thunderbolt-Anschluss bzw. PCIe-Karte: https://www.asus.com/Motherboards-Components/Motherboards/Accessories/ThunderboltEX-3

ein externes Thunderbolt-Gerät, zb ein externes Festplatten-RAID-Gehäuse wie zB das https://www.owcdigital.com/products/thunderbay-4-thunderbolt-3

Mein Asus WS X299 Pro Sage-Motherboard erfüllt zum Glück alle Voraussetzungen, also munter die ganzen Komponenten bestellt, eingebaut und aktiviert. Doch halt – die ThunderboltEX-3-Karte darf anscheinend nur in den 2. PCIe-Slot eingebaut werden, das ist der neben dem TB-Header (ist die einzige Option, die man im BIOS aktivieren kann). Also Grafikkarte (aktuell in Slot 1, aber zu dick um daneben noch etwas stecken zu können) in den Slot 3 verbannt, ThunderboltEX-3 in Slot 2 und meine M.2-SSD-Raid-Karte in Slot 1. Zum Glück fährt das System nach diesem Umbau problemlos hoch, die Thunderbolt-Funktionalität kann im BIOS aktiviert werden. Jetzt noch flugs den Treiber installieren…Setup direkt von der beiliegenden CD…ok, nix passiert. Keine zusätzlichen Festplatten im System, auch im Gerätemanager wird nichts angezeigt. Seltsam.

Ich überprüfe nochmal die komplette Hardware, auch das BIOS-Setup, nichts. Treiber deinstalliert, nochmal installiert, nichts.

Dann fällt mir auf, dass das Thunderbay in den Sleep-Modus geht, sobald ich das (zum Glück beigelegte, aber kurze) Thunderbolt-Kabel abstecke. Elektrisch scheint also alles OK zu sein. Festplatten zu groß? Immerhin habe ich 3 Stk 14TB-Serverplatten in dem Gehäuse… (WD Ultrastar 14TB DC HC530 SATA HDD 3,5 Zoll interne Festplatte für Server mit 512 MB Cache, Enterprise Klasse)

Baue eine zusätzliche, kleine 2 TB-Platte ein. Nichts, wird auch nicht erkannt, auch die Fesplatten-Zugriffs-LEDs blinken kein einziges Mal.

Gerät defekt?

Ich begebe mich auf die Suche im Netz, die FAQs von OWC helfen nicht weiter, auch nicht die von Asus…vielleicht ein Treiber- oder Firmware-Problem? Lt. OWC sollen auch 4k-Festplatten problemlos in dem Gehäuse funktionieren, also muss es ein Treiberproblem sein. Siehe da, auf der ASUS-Website gibt es für die ThunderboltEX3-Karte neue Treiber – der zweite von oben, vom August 2020, der sieht gut aus. Wofür die anderen beiden vorhanden sind…keine Ahnung. Die Beschreibung ist leider (wie oft) dürftig.

Nach der Deinstallation des alten Treibers und der Neuinstallation passiert wieder einmal…nichts. Weder im Gerätemanager ein neues Gerät noch vom Setup ein Hinweis auf irgend etwas. Also wieder suchen. Im Windows-System-Log finde ich Hinweise auf die korrekte Installation der Thunderbolt-Treiber. Und im Startmenü finde ich dann das „Thunderbolt Control Center“.

Das Thunderbay 43 wird bereits angezeigt, jetzt muss man noch den Zugriff darauf freigeben (!) und siehe da – die Platten laufen an, alle LEDs leuchten grün, die Platten werden vom System erkannt…jetzt nur noch RAID5 einrichten, also Festplattenmanager starten…hoppala, RAID5 ist ausgegraut.

Wieder mal so eine besch….ene Windows-Hürde, die sich durch kurze Suche im Netz zum Glück rasch umschiffen lässt: Wie in https://www.windows-faq.de/2020/03/25/raid-5-unter-windows-10-einrichten/ beschrieben muss man das Programm „Speicherplatz verwalten“ starten (haha, wieder mal eine alte Systemsteuerungs-Leiche) und dort die unformatierten Laufwerke zu einem RAID-Verbund konfigurieren. Klappt dann auf Anhieb, und nach kurzer Zeit habe ich ein RAID5-Laufwerk mit 25,4 Terrabyte Kapazität zur Verfügung!