Balkan Adventure Tour 2018 (BAT 2018)

Meine erste Adventure-Tour mit der Africa Twin (Schalter, Bj 2016)…wochenlange Vorfreude sowei eine gehörige Portion Reisefieber hielten mich auf Trab. Was muss alles gekauft/montiert/probiert, eingepackt und vorbereitet werden? Zusätzliche Infos kamen permanent über unsere für diese Tour gegründete Whatsapp-Gruppe rein, immerhin 2 der 5 Teilnehmer waren schon ein- oder mehrmals mit dem Motorrad am Balkan unterwegs gewesen. Aus den Erzählungen und ein paar Fotos/Videos schloss ich, dass wir hauptsächlich am „sicheren“ Asphalt bleiben  und bei Gelegenheit ein paar recht gemütliche, jedoch nicht zu fordernde Abstecher auf Schotterpisten machen würden und bepackte meine arme Rocinante mit allem, was ich auf so einer 10-Tages-Tour brauchen könnte. Fallweise.
Ich sollte mich täuschen.
Es sollte auch ungemütlich werden.
Mit einem Gesamtgewicht von mehr als 400 kg sollte man, wenn schon, eine gehörige Portion Mut und vor allem fahrerisches Offroad-Können aus dem Hut zaubern können, wenn´s notwendig wird. Das Offroad-Können war nicht ganz so ausgeprägt wie erhofft, und der Mut ließ nach den ersten beiden „Ausrutschern“ stark nach, aber dennoch kehrten wir heil und um viele Eindrücke und Erfahrungen reicher wieder nach Hause zurück – und ein leicht verbogener Lenker(bock), ein etwas verzogener Kofferhalter und ein paar Schrammen am rechten Seitenkoffer ärgern, tun aber nicht wirklich weh.

Tag 1 – Wien/Graz-Mureck-Ptui-Karlobag
6.6.2018

Nach einer vor Aufregung ziemlich schlaflosen Nacht beginnt der Tag gut – das Wetter passt, es ist nicht zu warm und nach und nach wird meine Rocinante mit all dem Zeug beladen, das fein säuberlich vorbereitet wurde. Beim Aufsteigen muss ich allerdings feststellen, dass alleine das Aufrichten des Gefährts vom Seitenständer bereits eine Herausforderung ist – na bravo, das kann ja heiter werden. H. ist bereits die Strecke von Leoben nach Graz gereist um mich abzuholen, und nutzt die Gelegenheit noch für eine Rauchpause.

Als ich dann endlich starten will, tritt plötzlich das bisher nur nach Winterpausen aufgetretene Startproblem auf: Der Motor springt an, aber sobald man den Starterknopf loslässt, stirbt er wieder ab. Mehrfach muss ich den Knopf mit der linken Hand halten und mit der rechten Gas geben, damit die Maschine weiterläuft. Auweia, das nächste Problem. Wenigstens klappt die Funkverbindung mittels unserer Midland-Funkgeräte problemlos, bis ca. 100 km/h ist die Verständigung einwandfrei. Ein wenig nachteilig ist nur die Verkabelung, da ist mein Sena Headset mit Bluetooth schon komfortabler.

Um pünktlich am vereinbarten Treffpunkt mit den aus Wien anreisenden Kameraden einzutreffen, fahren wir aus Graz gleich diretissima über die A9 und die B69 nach Mureck. Dabei fällt mir zum ersten Mal auf, dass die neuen Metzeler Karoo Street bei 90-100 km/h schön laut zu singen beginnen-ok, das ist aufgrund des gröberen Profils gegenüber dem Vorgänger Tourance Next aber auch keine Wunder.
Beim Tanken kurz vor der Grenze dasselbe Problem wie bei der Abfahrt: Motor läuft erst nach mehreren Startversuchen weiter, beim Loslassen des Starterknopfs stirbt er (ca. 5 Mal) sofort ab. Ärgerlich. Habe zuerst schlechten Sprudel oder eingedrungenes Wasser in Verdacht – aber auch egal, mit einem nicht einwandfreien Moped eine mehrtausenkilometerlange Reise in Angriff zu nehmen erzeugt ein überaus ungutes Gefühl.

Nach unserem Treffen in Mureck geht´s zügig zu fünft weiter Richtung Süden; um der Autobahnmaut-Abzocke der Slowenen zu entgehen haben wir uns für den „Umweg“ über Ptui/Pettau entschieden, den ich zwei Jahre davor bereits erfolgreich mit dem Auto erprobt hatte. Abgesehen von der ersparten Maut ist er auch landschaftlich weitaus reizvoller und nicht wesentlich länger: ca. 125 zu 109 km von Graz bis zur Grenze nach Kroatien. Bei dem aktuell in Fertigstellung befindlichen Autobahnteilstück zur Grenze hin ist mir übrigens aufgefallen, dass erst nach der ersten Auf-Abfahrt nach der Grenze (Richtung Norden) das Autobahn-Verkehrsschild auch mit dem Vignetten-Schild ergänzt ist. Somit sollte man meiner Meinung nach zwischen der Auf-Abfahrt „Podlehnik“ und dem Grenzübergang die Autobahn vignettenfrei benützen dürfen.
Leider gibt es allerdings genau während unserer Durchreise durch Ptui eine Umleitung, die es großräumig zu umfahren gilt – Garmin-Navis sind damit erfahrungsgemäß völlig überfordert, so ist es auch bei diesmal: Ständig will mein Garmin Richtung Marburg, während das von F. uns über absurde Abkürzungen auf winzige Nebenstraßen lotst. Auch bei der Auffahrt zum letzten Autobahnteilstück vor der kroatischen Grenze ist die Elektronik sich uneinig, und so fahren wir einfach gefühlsmäßig in Richtung Süden. Ist auch bis kurz vor dem Grenzübergang korrekt, dann allerdings „Ende Gelände“, die neu gebaute Bundesstraße mündet in eine Baustelle mit einer unbezwingbaren Schotter-Sandrampe zur Autobahn hinauf.
Ein zufällig vorbeifahrender Bauarbeiter schickt uns dann weiter rechts der Autobahn in die Berge hinauf, wo wir nach einigem Gekurve, einmal Verfahren und einmal Queren der Autobahn via Brücke direkt am Grenzübergang landen – allerdings auf der falschen Seite. Ein freundlicher Zöllner gibt uns allerdings das OK, mit allen 5 Mopeds die Seiten zu wechseln, und so können wir ohne weitere Verzögerungen aus- bzw. einreisen. Hier der lustige Track unseres ersten „adventures“:

Grenzumfahrungsabenteuer Slowenien-Kroatien

Die weitere Tour Richtung Karlobag verläuft fad und reibungslos-einzig ein äußerst gesprächer bayrischer Biker (von Beruf Polizist), der sich unaufgefordert bei einer Tank- und Kafeepause an unseren Tisch gesellt, ist eine lustige Abwechslung. Er erzählt uns lang und breit von den ganzen Problemen, die er bereits mit seiner KTM gehabt hat – und als auch noch seine Frau (mit eigenem Bike unterwegs) dazustößt, ist das Familienglück komplett. Wir hören uns die ganzen Stories an und fahren dann in dem Wissen weiter, auf den haltbareren und weniger fehleranfälligen Motorrädern zu sitzen, egal ob es die beiden BMW GS oder die beiden Honda Africa Twins sind. Die  Yamaha von H. bleibt aussen vor – die hat mit ihrem Baujahr 1992 sowieso schon eindrucksvoll bewiesen, was gute Haltbarkeit bedeutet.

In Karlobag angekommen beziehen wir unser nettes, kleines Apartimenti (zur Begrüßung gibt´s sogar Marmeladepalatschinken von der Hausherrin) und machen uns für das Abendessen frisch. An der wenig befahrenen Hauptstraße sitzt man zwar recht nett und das Bier schmeckt, das Essen ist aber mittelmäßig. Dennoch wird ordentlich gezecht, was sich direkt auf die Rechnung und den Schnarchfaktor auswirkt…zum Glück habe ich aber meine Bose QuietComfort 20 Acoustic Noise Cancelling Kopfhörer mit, die sind einfach ein Traum und blenden auch den ärgsten Schnarchnachbarn nahezu vollkommen aus!

to be continued

2 Gedanken zu „Balkan Adventure Tour 2018 (BAT 2018)“

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