Mit der Güllepumpe (Honda CX500) von Graz nach Rovinj

Obligater Tankstellenhalt in Bad EisenkapplMotorrad: Honda CX500 Bj. 1980 / ca. 60.000 km
(+ BMW1200GS + Ducati Scrambler)

Teil 1: Freitag, 20.5.

Wir trafen uns am Freitag um 0900 zur Abfahrt Nähe Flughafen Thalerhof und beschlossen, in Anbetracht der Etappenlänge den ersten Teil der Reise via Pack-Autobahn A2 bis nach Wolfsberg schnell hinter uns zu bringen. Tief hingen die Wolken über der Pack und in jedem Tunnel freute ich mich über die etwas wärmere Luft – auf die Innenjacke hatte ich vorsorglicherweise verzichtet. Auf der Kärnter Seite war es etwas freundlicher, aber bis zur Abfahrt Wolfsberg Ost blieb es (bei Autobahngeschwindigkeit, also ca. 110 km/h) sehr kühl. Wie üblich hatten meine beiden Reisefreunde mit ihren stärkeren Maschinen auf der Autobahn bereits einen Vorsprung bei der Ausfahrt Wolfsberg, den ich aber bis Eisenkappl (vereinbarter Treffpunkt) durch meine Garmin nüvi 660-unterstützten Navigationskünste wieder mehr als wettmachen konnte – sie hatten sich nämlich beim Klopeinersee verfahren.

Nach einem Tank- und Cappuccino-Stop in der “Stamm”tankstelle in Eisenkappl nahmen wir bei Sonnenschein den Seebergsattel in Angriff, der ist jedesmal ein Erlebnis – die Strecke ist auf der österreichischen Seite ein absolutes Motorrad-Highlight. Wie auch schon bei der ersten Befahrung ein Monat zuvor waren kaum Fahrzeuge unterwegs und bis zum Fototermin auf der anderen Seite waren wir komplett alleine auf der Strecke.

Seebergsattel mit Ausblick auf den Grintovec
Seebergsattel, Blick auf Cerkev Sv. Andrej

Nach Kranj ging´s nun zügig weiter, die Strecke ist wunderbar und lädt zum “heizen” ein – soweit es die behäbige Honda CX500 zulässt. Schon grundsätzlich nicht sehr wendig, ist sie mit Reisezuladung (Topcase, Tankrucksack, ich) noch etwas behäbiger, aber die ~350 kg Gesamtgewicht bei 55 PS Maximalleistung lassen sich dennoch recht hurtig durch die Gegend treiben.
Durch Kranj hindurch bis nach Skofia Loka ist die Strecke langweilig, erst Richtung Gorenja vas wird´s wieder interessanter. Hier im Ort stellte ich mein Navi auf den über-übernächsten Wegpunkt “Logatec”, was sich als Fehler herausstellen sollte. Verlässlich führte uns das nüvi 660 (trotz Einstellung “kürzere Zeit”) nach Lucine quer durch die Pampa hinauf in´s waldreiche Bergland, jeden Augenblick erwarteten wir das Erscheinen von Wölfen oder Bären.

OSM-Topo Lucine-Ziri

Kurz nach knapp (also nach der Gostilna Hribernik Anica s.p. in SMREČJE 48) erwischten wir auch noch eine schlecht angezeigte Gabelung falsch und fuhren Richtung Nordwest nach Ziri – quasi zurück. Dort gab es zwar ein nettes Café mit guten Marmeladenkipferln, aber anhand der Blicke der Einheimischen konnten wir erkennen, das hier nicht oft österreichische Touristen auf Motorrädern durchkommen.
Von Ziri Richtung Logatec führt die Strasse kurvenreich durch ein Tal, der schöne Landschaftseindruck wurde nur durch eine singuläre Regenwolke getrübt, die sich exakt über uns entlud – kurz feucht macht nichts, aber eine regennasse, kurvenreiche Strasse ist äusserst unerfreulich.
Erkenntnis des speziellen Streckenabschnitts zur Vermeidung der Durchfahrt durch Ljubljana: Nach Gorenja vas auf der Bundesstrasse 407 Richtung Vrzednec/Horjul bleiben und erst dort Richtung Logatec abbiegen. Alles in allem hat uns dieser interessante “Umweg” sicher einen Zeitverlust von einer Stunde beschert.

Mehr als entschädigt wurden wir nach Logatec und Kalce allerdings durch die sensationelle (Motorrad-)strecke durch die Gegend um Planina – ein wunderschönes Gebiet und herrliche Kurven, bis nach Postojna.

Durch Adelsberg bzw. Postojna ging´s dann recht flott immer wieder die Autobahn A1 kreuzend weiter Richtung Koper/Triest, wo der nächste Fototermin stattfand:
Triest mit Dolomiten im Hintergrund
Schiffe vor Koper

Fotopause bei Koper

Nach kurzem Stop verabschiedeten wir uns wieder vom Meerblick und fuhren weiter Richtung Buzet/Motovun – eine wunderschöne, breit ausgebaute Strecke mit Ausblick auf die schroffen Felsen des Karstgebiets. Langsam riecht´s auch südlich!
Wie aus dem Nichts taucht dann plötzlich der Grenzübergang bei Pozane/Socerga auf, so plötzlich, dass ich (als GPS-Leithammel) beinahe durchgefahren wäre. Ok, Pässe herzeigen, der slowenische Zöllner lässt Nachsicht walten, aber die kroatische Zöllnerin will schon sehen, wer da einreist.

Fotos von Motovun (sicherlich ein oftmals fotografiertes Kleinod), habe ich ausgelassen – vor dem Örtchen auf der kilometerlangen Geraden ist es einfach zu schön, das langsame Näherkommen zu geniessen, und nach dem Örtchen (man sollte unbedingt abzweigen und erst wieder bei Barici/Stuti auf die Haupstrasse zurück) ist die Strecke motorradtechnisch einfach zu aufregend, um in Ruhe stehenbleiben und einen Fotopunkt suchen zu können.

Nach einigen weiteren Kilometern Richtung Süden gelangten wir dann endlich an den Limski Fjord (wie schon in der Erinnerung vom letzten Besuch 1981 total verwachsen, es gibt kaum Aussichtspunkte) und nach der Abzweigung bei Brajkovici endlich nach Rovinj. Interessanterweise taucht erst hier zum ersten Mal ein Ortsschild mit “Rovinj” auf – reichlich spät für einen derartig beliebten Urlaubsort, finde ich.

Ein paar Impressionen:

vonhinten.at
sunset@Rovinj
arrival@Villa Dobravac
sunset@Rovinj

Reisedaten
Verstrichene Zeit: 8:21
Zeit in Fahrt: 6:20
Pausenzeit: 2:01
Durchschnittsgeschwindigkeit: 65,6 km/h (max. 139 km/h)
Aufstieg: 5151 m / Max. Höhe: 1209 m / Abstieg 5466 mDistanz: 416 km

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